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Ankündigungen:

Im NDR!

Lesung am 6.10 19:00 Uhr bei Kortes in Hamburg!

Das Buch "Nachbeben. Begegnungen mit deutschen Lebensgeschichten des 20. Jahrhunderts" ist bei Duncker&Humblot (ISBN 978-3-428-14826-4) erschienen.
Lesen Sie hier erste Auszüge!

Die Idee

Entstehung des Buches "Nachbeben. Begegnungen mit deutschen Lebensgeschichten"

Das Buch "Nachbeben. Begegnungen mit deutschen Lebensgeschichten des 20. Jahrhunderts" entstand aus dem Projekt „Reden. Unbedingt!“. Seit fünf Jahren beschäftigt unsere Neugier eine Frage: Welche Nachbeben des 20. Jahrhunderts spüren wir noch heute? Sie war und ist unser Antrieb für das Projekt. Das Bedürfnis anzufangen und Fragen zu stellen, war dabei zunächst größer, als zu wissen, wohin diese Reise führt.

Die Neugier führte uns durch ganz Deutschland, wir wollten möglichst viele Epochen, Regionen und Milieus erkunden, brachte uns zu Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Durch unsere Begegnungen lernten wir die Nachbeben des 20. Jahrhunderts besser kennen, auch unsere eigenen.

Eine Auswahl der Gespräche, die wir zwischen 2010 und 2014 geführt haben, ist hier im Buch versammelt. Diese, wenngleich nicht repräsentative, so doch sehr große Vielfalt von Lebensgeschichten ermöglicht in ihrer Gesamtheit unterschiedliche Einblicke in Beben und Nachbeben des 20. Jahrhunderts. Die Texte, die aus oftmals vielstündigen Interviews entstanden sind, wurden von uns zu einem Text in Ich-Perspektive zusammengefügt. Wir entschieden uns für diesen Weg, um den mündlichen Sprachgebrauch beizubehalten. Die mündliche Sprache erlaubt einen direkteren Einblick in die narrative Identität.

Wir unterstellen jeder unserer Geschichten dabei grundsätzlich Glaubwürdigkeit. Es geht uns nicht um die „historische Wahrheit“, die Lebensgeschichten dienen nicht als vermeintlich objektive „Zeitzeugenberichte“ der erlebten Geschichte, sondern zeigen, wie die Gesprächspartner ihr Gewordensein erzählen und ihre Identität erzählend herstellen.

Die Geschichten sind in die drei Lebensabschnitte Kindheit, Jugend und Reife aufgefächert. So können beispielsweise die 20-er Jahre in Berlin, Beginn und Ende des Nationalsozialismus, und 1989 aus verschiedenen Blickwinkeln gelesen werden. Natürlich wurden die Ereignisse der „großen“ Geschichte im Kleinen ganz verschieden erlebt, sie werden unterschiedlich erzählt und bewertet. Darin tauchen die verschiedenen Ideologien und Weltanschauungen des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger ungefiltert, mehr oder weniger reflektiert auf. Das muss man aushalten können, auch wenn es manchmal schwer ist.